Vielen Dank für Ihre Sendung. Da ich gleich Alles durchgelesen habe, sende ich die Blätter wieder, nun Reisen bevorstehen, möchten sie gar zu lange liegenbleiben. Die Kritik über den Vortrag von Herrn Prof: Schulthess1195Gustav von Schulthess-Rechberg (1852-1916), Dr. theol. h. c., 1885 Privatdozent, ab 1890 ordentlicher Professor für Systematische Theologie und Dogmengeschichte an der theologischen Fakultät der Universität Zürich, 1899-1916 Kirchenrat, Lehrer von Ernst Kappeler; ZhPfrB, 518.schliessen finde ich vortrefflich.1196Es handelt sich um eine Kritik des Vortrages "Der Gedanke einer göttlichen Offenbarung" (1893) von Gustav von Schulthess-Rechberg im "Kirchenfreund"; Der Kirchenfreund, XXVII. Jahrgang, Nr. 14, 14. Juli 1893, 209-218. - Schulthess' Entgegnung wurde zwei Nummern später in derselben Zeitschrift publiziert; Der Kirchenfreund, XXVII. Jahrgang, Nr. 16, 11. August 1893, 246-248.schliessen Wenn Sie mir gelegentlich diese oder jene Nummer des Blattes mittheilen wollen, so werde ich ihnen sehr dankbar sein.1197Ernst Kappeler schickte Johanna Spyri immer wieder Zeitschriften mit Artikeln, von denen er annahm, sie könnten sie interessieren. In diesem Fall handelt es sich um den "Kirchenfreund" (Blätter für evangelische Wahrheit und kirchliches Leben), die Zeitschrift der positiv-biblischen Richtung, herausgegeben von Hans Conrad von Orelli in Basel (s. auch JS13).schliessen
Ihre u. der Hedwig1198Hedwig Kappeler (1860-1932), Tochter von Oberst Hermann Kappeler und Aline Kappeler-Wüest. In den Jahren 1876 bis 1878 Schülerin an der Höheren Töchterschule in Zürich und Pflegetochter bei der Familie Spyri. Anschliessend verbrachte Hedwig Kappeler ein Jahr in Genf, dann ging sie als Lehrerin nach England. Später engagierte sich Hedwig Kappeler in der bürgerlichen Frauenbewegung. Johanna Spyri blieb sie bis zu deren Tod 1901 eng verbunden und unternahm mit ihr Reisen nach Deutschland und Italien.schliessen freund[2]liche Einladung würde ich gern annehmen, aber da bin ich nun schon gebunden. Ich muß am 28ten in Thun sein, da ich versprochen habe, ein junges Mädchen aus Hamburg, das ich kenne, etwa 3-4 Tage zu beschützen u. sie ein wenig an meinen Touren Theil nehmen zu lassen dann kehrt sie an den Genfersee zurück. Uns Beide hätte sie als Begleiterin für die paar Tage nicht geniert, Sie ist eine sehr muntere u. unterhaltende Gesellschafterin.
Ich wußte nicht, daß Sie die Mutter1199Aline Kappeler-Wüest (1829-1923), zweite Ehefrau von Oberst Hermann Kappeler und Mutter von Henriette, Ernestine, Hermann, Hedwig, Ernst und Otto Kappeler; vgl. Stammbäume Wüest und Kappeler, Materialien.schliessen zu Hause abwarten wollten; nun es so ist, können wir eben nicht zusammen abreisen, [3] ich muß entschieden den 26 oder 27ten reisen. Aber treffen könnten wir uns ja nachher immer, sei es in Thun oder Interlaken, oder wo die Mutter dann wünscht, Sie schreiben mir dann nur ein Wort nach Thun, Poste restante, da ich auch nicht bestimmt weiß, ob ich in Pension Iten oder Bellevue bleiben werde, ich möchte erst sehen, wo es mir gefällt. Touren machen will ich natürlich einige, sei es dann von dort aus, oder einem andern Punkte, den die Mutter wählen sollte.
Ich hoffe also auf ein fröhliches Wiedersehen u. bin mit herzlichem Gruß an Sie u. Hedwig1200Hedwig Kappeler (1860-1932), Tochter von Oberst Hermann Kappeler und Aline Kappeler-Wüest. In den Jahren 1876 bis 1878 Schülerin an der Höheren Töchterschule in Zürich und Pflegetochter bei der Familie Spyri. Anschliessend verbrachte Hedwig Kappeler ein Jahr in Genf, dann ging sie als Lehrerin nach England. Später engagierte sich Hedwig Kappeler in der bürgerlichen Frauenbewegung. Johanna Spyri blieb sie bis zu deren Tod 1901 eng verbunden und unternahm mit ihr Reisen nach Deutschland und Italien.schliessen