Brief Nr. JS6 – o. D. [1892]
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JS6 o. D. [1892]
[Keine Anrede]1164Von diesem Brief ist nur die zweite Hälfte erhalten, d. h. Adressat und Datum fehlen. Von Hand (möglicherweise durch Franz Kappeler, es könnte sich aber auch um zwei unterschiedliche Handschriften handeln) wurde eine Notiz angefügt: "Datum? 1897". Einiges deutet aber daraufhin, dass der Brief bereits 1892 geschrieben wurde; so beispielsweise der Tod von Herrn Esslinger s. u. und die Bemerkung in Bezug auf Ernst Kappeler, welche gut zur Stellensuche unmittelbar nach seiner Ordination (1891) passen würde. Im Jahr 1897 ist Ernst Kappeler bereits seit einigen Jahren Pfarrer in Neunforn und seit einem Jahr verheiratet.schliessen

Es ist zu schade, daß Ernst1165Ernst Kappeler (1865-1936), jüngerer Bruder Hedwigs, bis 1893 Vikar im Thurgau, im Winter 1893/94 in Montreux, ab 1894 Pfarrer in Neunforn, nach dem frühen Tod seiner Frau (1905) von 1908-1931 in Zollikon. Seit 1896 verheiratet mit Marie Stephanie van Vloten; ZhPfrB, 372; vgl. Stammbaum Kappeler, Materialien.schliessen eben jetzt nicht predigen darf, er hat sich wohl hier an der Stelle noch geschadet, jedenfalls nicht genützt. - Herr Esslinger1166Stadtrichter Hans Konrad Esslinger (1819-1892), Bruder von Maria Justine Rahn-Esslinger. Er starb im Jahr 1892; BB 1892, 127; vgl. Conrad Ulrich, Die Lebenserinnerungen des Conrad Esslinger.schliessen konnte ganz still entschlafen, ich mochte es ihm u. der Frau1167Emilie Luise Esslinger-Oechslin (1842-1915), Frau von Hans Konrad Esslinger und Schwägerin von Maria Justine Rahn-Esslinger; BB 1892, 127; Conrad Ulrich, Die Lebenserinnerungen des Conrad Esslinger, 96.schliessen so wohl gönnen. So sehr viel sehe ich sie aber doch nicht, ich habe wirklich nicht Zeit. Alle Samstag bringe ich die Zeit von 6-8 Uhr bei Frau Rahn1168Maria Justine Rahn-Esslinger (1811-1893), Witwe seit 1861, wohnhaft Hottingerstrasse 13; Conrad Ulrich, Die Lebenserinnerungen des Conrad Esslinger, 105; BB 1892, 422.schliessen zu, weil sie blind ist, sie hatte mich darum gebeten. Sonst gehe ich nicht aus, als Sonntag Abends gewöhnlich, es ist mir auch fast zu viel, fängt man an, daheim zu sitzen, so kommt man immer fester hinein, nur um 5 Uhr täglich mach ich meinen kleinen Lauf. Louise Grob1169Wahrscheinlich Hanna Luise Grob (geb. 1851), Tochter von Heinrich Grob, Prorektor und Professor am Gymnasium, Mitglied des Grossen Stadtrats; BB 1879, 139.schliessen ist immer dieselbe, sie hat viel herum zu regieren. Glücklicher Weise hat ihr der ver[2]nünftige Doktor Muralt1170Wilhelm von Muralt, geb. 1845, Dr. Med.; BB 1875, 224; BB 1892, 376.schliessen eine Reise verboten, die sie unternehmen wollte nach Hinter-Indien, Siam, wo sie eine Bekannte verheiratet hat, Clara Rordorf.1171Clara Rordorf von Zürich (geb. 1862), verheiratet mit dem niederländischen Generalkonsul Domela Nieuwenhuis von Amsterdam; Schweizerisches Geschlechterbuch I, 456; BB 1892, 441.schliessen Ich sagte ihr, sie soll doch nicht mutterseelenallein so etwas unternehmen, dann noch mit ihrer mißlichen Gesundheit. Sie wollte aber durchaus, bis der Doktor ihr sagte, sie ertrage das Klima dort nicht u. könne dort krank liegen, so lange sie dort sei. Das half, sonst wäre sie abgedampft.

Nun lebe wohl, liebe Hedwig!

Grüße herzlich die Mutter,1172Aline Kappeler-Wüest (1829-1923), zweite Ehefrau von Oberst Hermann Kappeler und Mutter von Henriette, Ernestine, Hermann, Hedwig, Ernst und Otto Kappeler; vgl. Stammbäume Wüest und Kappeler, Materialien.schliessen die Brüder,1173Hermann (1858-1931), Ernst (1865-1936) und Otto Kappeler (1869-1935); vgl. Stammbaum Kappeler, Materialien.schliessen Ernestine1174Ernestine Brügger-Kappeler (1857-1897), ältere Schwester Hedwigs. Seit 1883 verheiratet mit Friedrich Benedikt Brügger, Bürger von Churwalden. Sie lebte mit ihrer Familie in Frauenfeld und starb am 14. Oktober 1897 an einer Bronchitis mit Lungenentzündung; vgl. Stammbaum Kappeler, Materialien.schliessen u. auch dich selbst von deiner
J. Spyri.


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