Brief Nr. JS44 – 22.7.1899
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JS44 22.7.1899 Fräulein Hedwig Kappeler. In Frauenfeld
Zürich 22 Juli [18]99.1461Postkarte; abgestempelt am 23.7.99; 9h in Zürich, 8h in Frauenfeld.schliessen
M[eine] l[iebe] H[edwig]

Endlich bin ich wieder hier, aber mit Vr[enelis]1462Vreneli Vogelsanger (1854-1931) aus dem Schaffhauser Dorf Beggingen besorgte 24 Jahre lang den Haushalt von Johanna Spyri.schliessen Gesundheit bin ich gar nicht zufrieden u. nun soll grosse Wäsche u. Sonnerei folgen, wenn sie nur wenigstens hier einmal so lange aushält. Du bist nun wohl auch wieder daheim u. hast also in Neu[...?]:1463Unsichere Lesung. Evtl. "Neuch:" für Neuchâtel oder Abkürzung für Neunforn. In Neunforn (Kanton Thurgau) wohnte Hedwigs Bruder Ernst Kappeler, welcher dort 1894 zum Pfarrer gewählt wurde, zusammen mit seiner Frau Marie Stephanie van Vloten (1874-1905) und dem ersten Sohn Franz Hermann (geb. 1898).schliessen u. Bern1464In Bern lebte Hedwigs älteste Schwester Henriette (1856-1916), seit 1880 verheiratet mit Theophil Studer, Professor für Zoologie in Bern.schliessen nette Tage gehabt. Was die Louise Tranmer1465Gemeint ist wahrscheinlich Luise Tramèr-Fetscherin (1859-1951), Tochter von Rudolf Friedrich Fetscherin (1829-1892), 1859 Sekundärarzt in der psychiatrischen Klinik Waldau in Bern, von 1875 bis 1889 Direktor der psychiatrischen Klinik St. Urban; HLS IV, 487. - Luise besuchte im Wintersemester 1876/77 die Höhere Töchterschule in Zürich und wohnte damals zusammen mit Hedwig Kappeler als Pflegetochter bei Johanna Spyri. 1883 heiratete sie den Arzt Domenico Curo Tramèr. Das Ehepaar lebte ab 1886 in Basel und hatte fünf Kinder; Mitteilung Andreas Barth, Staatsarchiv Basel-Stadt, 4. Juni 2009. - 1908 erschien "Heidi, ein Kinderschauspiel in 3 Akten. Nach der Erzählung von Johanna Spyri bearbeitet" von Luise Fetscherin. Ob es von der Mutter oder der Tochter, die beide den selben Vornamen trugen, stammt, ist ungeklärt.schliessen schrieb oder sagte, begreife ich nicht, ich habe ihre freundliche Einladung erhalten u. gleich an ihre Mutter1466Eugenie Luise Fetscherin-Fueter, Witwe von Rudolf Friedrich Fetscherin und Mutter von Luise Fetscherin.schliessen geschrieben, daß ich dafür danken müße, ich konnte es nicht einrichten, trotz der grossen Lust dazu. Was Ihr wohl in dieser Hitze lebt? Es ist ja unerhört. Ob Ihr zu Hause seid, Du u. die Mutter?1467Aline Kappeler-Wüest (1829-1923), zweite Ehefrau von Oberst Hermann Kappeler und Mutter von Henriette, Ernestine, Hermann, Hedwig, Ernst und Otto Kappeler; vgl. Stammbäume Wüest und Kappeler, Materialien.schliessen Ich werde die nächste Woche Besuch von Frl. Fries1468Anna Fries (1827-1901), Zürcher Malerin und beliebte Porträtistin, seit ihrer Kindheit mit Johanna Spyri eng befreundet. Um 1871 gründete sie eine Malschule in Florenz, welche u.a. auch Betsy Meyer besuchte. Ihre letzten zwanzig Lebensjahre verbrachte Anna Fries in Sestri Levante, wo sie sich der Wohltätigkeit verschrieb und eine Evangelisationsstelle gründete; vgl. das Kapitel zu Anna Fries und Betsy Meyer in: Regine Schindler, Johanna Spyri. Neue Entdeckungen und unbekannte Briefe; Regine Schindler, Spurensuche, 301-303; vgl. Stammbaum Wirz, Fries, Heim in: Regine Schindler, Die Memorabilien der Meta Heusser-Schweizer, Beilage.schliessen haben, sie will die kranke Schwester, Frau Heim,1469Sophie Elisabeth Heim-Fries (geb. 1820), Schwester der Malerin Anna Fries und Mutter der Romanistin Sophie Heim; vgl. Stammbaum Wirz, Fries, Heim in: Regine Schindler, Die Memorabilien der Meta Heusser-Schweizer, Beilage.schliessen besuchen, kann aber nicht bei ihr logieren. Hast Du gehört, was mit Frl: Heim1470Vermutlich Sophie Heim (1847-1931), erste weibliche Lehrkraft an der Höheren Töchterschule. Sie unterrichtete Italienisch und galt als "pädagogische Pionierin". Sie hatte in Italien studiert und war eine hervorragende Italien-Kennerin. Ihre Italien-Begeisterung verband sie mit Johanna Spyri. Sophie Heim publizierte mehrere Lehrbücher, die viele Auflagen erlebten, das wichtigste war ihr "Elementarbuch der italienischen Grammatik". Aus gesundheitlichen Gründen trat sie als Lehrerin um die Jahrhundertwende zurück; Einer pädagogischen Pionierin, in: Schweizer Frauenblatt, 4. September 1931. - Schwester von Prof. Albert Heim, Schwägerin von Dr. Marie Heim-Vögtlin. Ihre Mutter war Sophie Heim-Fries, eine Schwester der Malerin Anna (Netti) Fries; vgl. Stammbaum Wirz, Fries, Heim, in: Regine Schindler, Die Memorabilien der Meta Heusser-Schweizer, Beilage. - Der Grossvater, Landschreiber Fries, war 1826 von Dr. Heusser auf dem Hirzel geheilt worden; vgl. Meta Heusser-Schweizer, Hauschronik, 94f. - Wohnhaft Zeltweg 16, später Klosbachstr. 119.schliessen ist?

Dich u. die Mutter herzlich grüssend
Deine J. Spyri.


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