Gleich nachdem Dein Brief angekommen war, wollte ich Dir schreiben, sofort wollte ich mit Freuden kommen, gleich morgen, ich hatte so grosse Lust, Euch einmal wieder zu sehen, hatte Dir auch allerlei zu erzählen, denn ich habe im Anfang der letzten Woche 3 Tage bei Frau Dr. Fetscherin1409Eugenie Luise Fetscherin-Fueter, Witwe von Rudolf Friedrich Fetscherin und Mutter von Luise Fetscherin.schliessen in Basel zugebracht, die es schon lange haben wollte. Als ich nun schreiben wollte, fing es gerade wieder [an] zu regnen u. da ich [2] einen ha[l]ben Schnuppen hatte, dachte ich besser sei es, abzuwarten, ob heute die Sonne wieder kommen wollte, dann hätte ich mich nicht gefürchtet, die Tour zumachen, obschon heute mein Schnuppen widerwertiger ist. Aber nun ist es wieder so abscheulich Wetter, daß es nicht geht, auch kann man ja nichts abreden, immer ists wieder kalt u. naß u. greulich. Welch ein Mai! Louise1410Luise Tramèr-Fetscherin (1859-1951), Tochter von Rudolf Friedrich Fetscherin (1829-1892), 1859 Sekundärarzt in der psychiatrischen Klinik Waldau in Bern, von 1875 bis 1889 Direktor der psychiatrischen Klinik St. Urban; HLS IV, 487. - Luise besuchte im Wintersemester 1876/77 die Höhere Töchterschule in Zürich und wohnte damals zusammen mit Hedwig Kappeler als Pflegetochter bei Johanna Spyri. 1883 heiratete sie den Arzt Domenico Curo Tramèr. Das Ehepaar lebte ab 1886 in Basel und hatte fünf Kinder; Mitteilung Andreas Barth, Staatsarchiv Basel-Stadt, 4. Juni 2009. - 1908 erschien "Heidi, ein Kinderschauspiel in 3 Akten. Nach der Erzählung von Johanna Spyri bearbeitet" von Luise Fetscherin. Ob es von der Mutter oder der Tochter, die beide den selben Vornamen trugen, stammt, ist ungeklärt.schliessen hat mir Grüße an Dich aufgetragen, sie meinte, ich sehe Dich wohl einmal. Sie ist wirklich recht nett u. hat so nette Kinder.1411Luise Tramèr-Fetscherin hatte 5 Kinder: Fritz Curo (geb. 1884), Louise Ursula (geb. 1888), Rudolf (geb. 1891), Fritz (geb. 1892), Verena (geb. 1897); Mitteilung Andreas Barth, Staatsarchiv Basel-Stadt, 4. Juni 2009.schliessen Grüße herzlich die Mutter.1412Aline Kappeler-Wüest (1829-1923), zweite Ehefrau von Oberst Hermann Kappeler und Mutter von Henriette, Ernestine, Hermann, Hedwig, Ernst und Otto Kappeler; vgl. Stammbäume Wüest und Kappeler, Materialien.schliessen Die kleine Alice1413Alice Brügger (1896-1988), Tochter von Ernestine Brügger-Kappeler und Friedrich Benedikt Brügger. Später studierte sie romanische Sprachen an der Universität Zürich (Doktorat) und wurde Lehrerin für Deutsch und Französisch an der Höheren Handelsschule in Zürich. Sie engagierte sich im Internationalen Zivildienst und trat 1934 zu den Quäkern über, wo ihr dank ihrer Sprachkompetenz eine integrative Rolle zukam. Später besuchte sie in Indien Anhänger Gandhis und dortige Quäker und übernahm administrative Aufgaben bei den schweizerischen Quäkern; HLS II, 736; vgl. Stammbaum Kappeler, Materialien.schliessen sehe [2 am Rd.] ich auch so gern wieder.
Adieu, herzlich Deine