Brief Nr. JS14 – 19.2.1894
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JS14 19.2.1894
Zürich 19. Febr[uar] [18]94.
Liebe Hedwig.

Nun hat mir doch lange nichts so große Freude gemacht, wie die Nachricht, die Du mir heute gibst. Das ist ganz herrlich zu denken, für Neunforn1251Gemeinde im Kanton Thurgau, in welcher Ernst Kappeler 1894 zum Pfarrer gewählt wird und fortan wohnt, ab 1896 zusammen mit seiner Frau Marie Stephanie van Vloten (1874-1905).schliessen hat also Ernst1252Ernst Kappeler (1865-1936), jüngerer Bruder Hedwigs, bis 1893 Vikar im Thurgau, im Winter 1893/94 in Montreux, ab 1894 Pfarrer in Neunforn, nach dem frühen Tod seiner Frau (1905) von 1908-1931 in Zollikon. Ab 1896 verheiratet mit Marie Stephanie van Vloten (1874-1905); ZhPfrB, 372; vgl. Stammbaum Kappeler, Materialien.schliessen gute Aussichten u. hintertreiben die intriganten Reformer1253Gemeint sind die Liberalen, zu denen Ernst Kappeler offensichtlich nicht gehört.schliessen im letzten Augenblick da noch seine Wahl, so hat er doch diese Stelle als Pfarrhelfer, bis etwas Neues sich zeigen sollte. Denn Ernst ist nicht der Mensch, der nirgends gefallen würde, das weiß ich nun neuerdings von Montreux her. Nun war ja diese Stelle vorübergehend gut für ihn in Montreux, aber [2] wie viel tausend mal beßer wird für ihn sein eine feste Stelle in der Heimat u. wär's auf dem abgelegensten Bauerndorfe. Natürlich spreche ich mit keinem Menschen von dieser Sache, um so mehr verlangt es mich danach, mit Dir davon zu sprechen, wie von viel Anderem noch. Also komm nur bald, am Samstag, ist noch beßer, als wenn Du am Sonntag kommen sollst. Ich will es Dir aber ganz überlassen, Du schreibst mir dann nur noch eine Karte, wie es Dir paßt.

Sage der Mutter,1254Aline Kappeler-Wüest (1829-1923), zweite Ehefrau von Oberst Hermann Kappeler und Mutter von Henriette, Ernestine, Hermann, Hedwig, Ernst und Otto Kappeler; vgl. Stammbäume Wüest und Kappeler, Materialien.schliessen ich denke gewiß immer an dasselbe wie sie. Nachträglich habe ich einmal an Ernst geschrieben, wie sehr verlange ich nur, zu hören, wie [3] es sich weiter fügt.

Gut, daß es Tante N.1255Wahrscheinlich Anna Friederike (Nette) Wüest, Hedwig Kappelers Tante mütterlicherseits, Schwester von Aline Kappeler-Wüest; vgl. Stammbaum Wüest, Materialien.schliessen wieder beßer geht. Ob Tante Natalie1256Natalie Labhardt-Wüest (1823-1904), Hedwig Kappelers Tante mütterlicherseits, Schwester von Aline Kappeler-Wüest und Witwe von Philipp Gottlieb Labhardt; vgl. Stammbaum Wüest, Materialien.schliessen abgereist ist hier,1257Natalie Labhardts Tochter Hermine Jänike-Labhardt war seit 1878 in Zürich verheiratet, wo sie die Mutter gelegentlich besuchte; vgl. Stammbaum Wüest, Materialien.schliessen weiß ich noch nicht. Also auf Wiedersehen! Tausend Grüße der Mutter.

Immer Deine
J. Spyri

Nur ein paar Tage wäre dann doch wenig 8-16 bleibst Du dann.



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