Brief Nr. EK86 – Herbst 1896
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EK86 Herbst 1896
Suna Herbst 1896
[An Hedwig Kappeler]

Seit 8 Tagen bin ich hier, in Montreux1088Kurort am Genfersee, wo Johanna Spyri während vieler Jahre immer wieder hinfuhr und sich zuhause fühlte; vgl. das Kapitel zu Montreux in: Regine Schindler, Johanna Spyri. Neue Entdeckungen und unbekannte Briefe.schliessen mochte ich nicht mehr bleiben. Da mein Vrenely1089Vreneli Vogelsanger (1854-1931) aus dem Schaffhauser Dorf Beggingen besorgte 24 Jahre lang den Haushalt von Johanna Spyri.schliessen noch nicht heimkommen kann, muß ich auch fortbleiben. Nun bin ich hier der einzige Kurgast, was mir natürlich das Allerliebste ist. Wir sind so still u. einsam, daß es ganz wäre wie ehmals, wenn nur Bernhard1090Diethelm Bernhard Spyri (1855-1884), einziger Sohn von Johann Bernhard Spyri und Johanna Spyri-Heusser. Studium der Rechte in Zürich, Leipzig (1875/76) und Göttingen (1877/78), während kurzer Zeit Tätigkeit als Sekretär der kaufmännischen Gesellschaft Zürich. Studium und Arbeit werden immer wieder durch Krankheit und Kuraufenthalte unterbrochen. Bernhard stirbt knapp 29jährig an Tuberkulose.schliessen noch mit uns wäre. Meistens spaziere ich mutterseelenallein durch die Campagna oder nach Pallanza; gehe auch weiter gegen Intra1091Pallanza und Intra liegen in der Nähe von Suna am Lago Maggiore. Intra ist Schauplatz von Johanna Spyris Erzählung "Die Elfe von Intra" (1888) in: Aus den Schweizer Bergen; vgl. das Kapitel zu Suna in: Regine Schindler, Johanna Spyri. Neue Entdeckungen und unbekannte Briefe.schliessen hin, Du weißt, wie schön es ist. An einem wundervollen Tag sind wir auch bis zur Kapelle u. bis nach Cavendone1092Eigentlich Cavandone, auf dem Monterosso oberhalb des Lago Maggiore gelegen.schliessen hinauf, wo es ideal schön ist.



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