Was schickst Du mir für eine niedliche Arbeit heute! Ich war ganz ungeheuer überrascht u. herzlich erstaunt. Sowohl die Stätten meiner Kindheit, als auch mein liebes Montreux, das mir auch um Bernhards1458Diethelm Bernhard Spyri (1855-1884), einziger Sohn von Johann Bernhard Spyri und Johanna Spyri-Heusser. Studium der Rechte in Zürich, Leipzig (1875/76) und Göttingen (1877/78), während kurzer Zeit Tätigkeit als Sekretär der kaufmännischen Gesellschaft Zürich. Studium und Arbeit werden immer wieder durch Krankheit und Kuraufenthalte unterbrochen. Bernhard stirbt knapp 29jährig an Tuberkulose.schliessen willen1459Offenbar war Johanna Spyri auch zusammen mit ihrem Sohn in Montreux.schliessen noch so lieb ist, freuen mich ganz herzlich u. immer u. immer willen1460Offensichtlich ein Verschrieb Johanna Spyris, versehentliche Wiederholung des vorangehenden "willen", gemeint ist "wieder".schliessen seh ich sie mit neuem Vergnügen an. Immer fort werde ich, wo ich auch hin gehe, diese ideale u. dazu sehr praktische Schreib[2]mappe mit mir nehmen u. mich ihrer bedienen, sie ist so niedlich, erfreulich u. brauchbar, wie Du nur auf diesen Gedanken gekommen bist? Zu entschuldigen habe ich wirklich nicht, die Photographien haben mir keinen Moment gemangelt. Ja, liebe Hedwig, daher kommt ja wohl, daß Du nur der Familie auf alle Seiten so viel sein mußt, daß ich meine Ansprüche einzuschränken habe, ich weiß wohl, daß Du mich nicht hintansetzen würdest, hättest Du nicht erst die Nächsten zu befriedigen. Lieb wollen wir uns immer behalten.
Von Jahr zu Jahr [1 am Rd.] mit tausend Dank immer Deine