Die Tagebücher des Pfarrers Diethelm Schweizer
22.5.1800
Es ist seit einigen Tagen ein starker Durchzug der Franzosen durch meine Gemeine: sie ziehen auf Luzern zu, u. dann weiter, wie sie sagen, in Italien. Es ist so viel Unbegreifliches bey dieser ganzen Kriegssache: man muß immer fürchten, der Krieg erweitere sich u. nehme kein End. Doch der, der schon so oft u. zu vielem sagte – bis hieher u. nicht weiter, lebt noch und thront als lebendiger Menschengott droben im Himmel, der uns das Trostwort hinterlassen hat: "Ich will eüch nicht Waisen laßen, ich komme zu eüch!"401Joh. 14,18 .schliessen O wohl uns, daß wir uns zu Ihm hinflüchten, und uns unter seinen Fittigen vor allem Wölfischen, deßen Nam Legion ist, denn ihrer sind viel, verbergen könen.
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